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The Wombats - A Guide to Love, Loss and Desperation
[ Veröffentlicht am 05.11.2007 ]
Künstler: The Wombats
Label: 14th Floor Records
Genre: Indie-Rock
Trackliste
| CD1 |
| #1 |
Tales of Girls, Boys and Marsupials |
| #2 |
Kill the Director |
| #3 |
Moving to New York |
| #4 |
Lost in the Post |
| #5 |
Party in a Forest |
| #6 |
School Uniforms |
| #7 |
Here Comes the Anxiety |
| #8 |
Let's Dance to Joy Division |
| #9 |
Little Miss Pipedream |
| #9 |
Backfire at the Disco |
| #10 |
Dr. Suzanne Mattox PHD |
| #11 |
Patricia the Stripper |
| #12 |
My First Wedding |
"Let's dance to Joy Division, And celebrate the irony" schallte es Ende 2007 durch die Indie-Tanzhöhlen dieser Nation und es war ein erster Vorbote auf das Debütalbum der britischen Gruppe "The Wombats". Geneigte Musikexperten rümpften bereits die Nase, wer es denn wagte, Joy Division zu zitieren. Und nun steht sogar ein ganzer Longplayer dieser Gotteslästerer in den Plattenläden, da fragt man sich ob sie es schaffen, dieser Bürde gerecht zu werden oder ob sie doch besser wieder in den dunklen Löchern von Liverpool verschwinden sollten.
Im einminütigen Prolog wird man von einem hochsingenden Männerchor begrüßt. Ganz ohne Instrumente, nur mit klatschenden Händen begleitet kommen "The Wombats" um die Ecke und man fragt sich, ob man hier richtig gelandet ist. In der britischen Musikwelt oder nicht doch bei WDR5. Doch dies lässt sich wohl direkt in den darauf folgenden Songs ad acta legen, denn hier schlägt der Indie-Hammer zu. Schnelle, abwechslungsreiche Songs mit poppigen Lyrics und Melodien erwarten uns. Mit "Kill the Director" und "Moving to New York" startet das Album mit zwei Highlights, die nach mehrmaligen Hören fest im Kopf des Hörers verankert bleiben. Und von diesen mitreißenden Indie-Hymnen erwarten uns noch weitere auf "A Guide To Love, Loss and Desperation". Hier ist der Titel auch Thema und die Texte beschreiben exzellent das Leben im tristen Britannien, geprägt von Arbeit und gesellschaftlichen Problemen, und wie man es mit Alkohol und Frauen versucht zu versüßen. Ein Soundtrack für einen lauten und dreckigen Abend in einem der vielen Liverpooler Pups. Die Wombats fahren mit ihrem Sound auf der Welle der Zeit und bedienen sich dabei bei allem, was in letzter Zeit durch die Welt schwirrte.
Nach einigen Hängern wie z.B. "Lost in The Post" schwingt spätestens bei dem bereits zitierten "Let's Dance to Joy Division" wieder das Tanzbein. Wer bei dieser Hommage an die Jungs um Ian Curtis und den Rest von Liverpool ruhig sitzen bleibt der ist wohl unrockbar und verschmäht gar die Beatsteaks. Und mit "Backfire at the Disco" wartet im Anschluss der nächste Tanzkracher, der allerdings dank etwas einfallslosem Text nicht ganz zündet. Aber wer achtet im Pub schon auf den Text?
Und so fährt das Album weiter durch bekannte Indie-Gewässer und mischt diese manchmal gekonnt, manchmal etwas einfallslos, aber meist zum Tanzen und Mitsingen animierend. Der einzige, wirkliche Missgriff findet sich im stupiden und uninspirierten "Patricia the Stripper". Aber spätestens bei der gigantischen Explosion im letzten Track "My First Wedding" wird auch der letzte humorlose Spießer auf die Straße gezogen und mit schwarzem Humor, dreckigem Anzug und Whiskeyflasche ausgestattet in die Welt der Wombats gezogen sein.
Fazit:
Tiefer Selbstmitleid, Liverpooler Arbeiterklasse, Lebensfreude, schwarzer Humor und eine gewisse Ironie helfen „The Wombats“ zu einem Kneipensoundtrack der in den momentanen Indiehype reinpasst wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Kurzum: Anhören, feiern, freuen. Aber bitte nicht allzu große Langwierigkeit erwarten, denn auch nach der besten Party folgen am nächsten Morgen die Kopfschmerzen oder auch die unangenehme Überraschung links von einem.
(Alexander Sommer)
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