|
|
||||||||||||||||||||||
The Charlatans - You Cross My Path[ Veröffentlicht am 03.03.2008 ]
![]() Künstler: The Charlatans Label: Cooking Vinyl Genre: Alternative-Rock Trackliste
Die Musikindustrie beklagt sich. Rückläufige CD-Verkäufe und das illegale Herunterladen von Liedern im Internet sind den Labels ein Dorn im Auge. Interessanterweise tönen hierbei die Majors am lautesten. Demnach ist auch festzustellen, dass viele Künstler wieder zu kleineren Indie-Labels zurückkehren oder den Vertrieb ihrer Tonträger selbst in die Hand nehmen. Bekanntestes Beispiel in der jüngsten Vergangenheit dürften wohl Radiohead gewesen sein, die ihr letztes Album "In Rainbows" bereits vor Erscheinen der CD als Download anboten. Die Preisgestaltung überließen sie dabei den Käufern. Die Charlatans gingen sogar noch einen Schritt weiter und entschlossen sich ihre neue Platte bereits vor Erscheinen des Tonträgers im Mai dieses Jahres komplett kostenlos als MP3 zum Download auf der Homepage des britischen Radiosenders XFM anzubieten. Ob das aber als eine Rebellion gegen die Industrie zu verstehen ist, ist ziemlich zweifelhaft. Schließlich ist der einstige Glanz doch schon ziemlich vergangen. Zwar erreichte das 2006er "Simpatico" noch eine höhere Chartplazierung als dessen Vorgänger "Up At The Lake", aber Erfolge wie in den 90ern ließen auf sich warten, als die fünf Mannen um Tim Burgess zu den Großen des Britpop zählten. Ein kostenloses Album kann demnach schon eine gute Promotion für die Band sein, die sich als Manager keinen geringeren als Urgestein des britischen Indie Alan McGee, seines Zeichens Gründer des berühmten aber nicht mehr existierenden Labels Creation (u. a. JAMC, Primal Scream, Ride, Oasis), ins Boot geholt haben. Bereits im Oktober letzten Jahres stellte man die erste Single und damit gleichzeitig den Titeltrack des Albums bei XFM online, Ende Februar folgte "Oh! Vanity" und seit dem 3. März steht das ganze Album zur Verfügung. Im Mai folgt der Tonträger-Release. Mit Ende der 90er endete wohl auch die Zeit der Charlatans, wobei das 2004 erschienene „Up At The Lake“ durchaus schöne Popsongs bot. Die Fünf, die es im Madchester mit „The Only One I Know“ auch sogar mal bis zu uns schafften, haben sich in den knapp 18 Jahren danach immer so durch die Musiklandschaft geschlängelt. Mal kam etwas Tolles dabei heraus, ein anders Mal war die Ausbeute eher mau. Dieses Album gehört leider Gottes dann doch zum letzteren. Zu sehr wurde sich hier auf ein Schema verbissen, so dass schnell Langeweile aufkommt. Nur zu hoffen, dass sich die Band wieder auf Bewährtes besinnt, sonst kann ich nur noch zitieren: „This is the end for you and me.“ (Niels Erik Paul) |
|||||||||||||||||||||||
| © bk 2006 - 2012 | |||||||||||||||||||||||