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Nightwish - Dark Passion Play

[ Veröffentlicht am 28.09.2007 ]

Künstler: Nightwish
Label: Nuclear Blast
Genre: Gothic-Metal

Trackliste
CD1
#1 The Poet And The Pendulum
#2 Bye Bye Beautiful
#3 Amarath
#4 Cadence Of Her Last Breath
#5 Master Passion Greed
#6 Eva
#7 Sahara
#8 Whoever Brings The Night
#9 For The Heart I Once Had
#10 The Islander
#11 Last Of The Wilds
#12 7 Days To The Wolves
#13 Meadows Of Heaven

Was war das für ein Aufruhr und Tamtam, als die Band Nightwish ihrer Frontfrau Tarja Turunen in einem offenen Brief eröffnete, da sie sich von ihr trennen würde. Zwar war klar, das Nightwish unter der Führung des geistigen Oberhauptes Tuomas Holopainen weiterexistieren würde, erstmal war jedoch eine Schaffenspause angesagt, bis es dann hieß: "Wir suchen eine neue Sängerin". Im April 2007, knapp ein Jahr nach Beginn des Aufrufes konnte man dann die neue Stimme Anette Olzon im Song "Eva" hören und dann bewundern oder hassen.

Inzwischen liegt das neue Album "Dark Passion Play" vor und schlägt irgendwo zwischen der Vorgänger-LP "Once" und "Mal was Neues" ein. Mit dem Opener "The Poet And The Pendulum" haut dann zunächst ein 14-Minütiger Track auf die Ohren des Hörers und präsentiert ihm sofort ein dem Vorgängeralbum recht ähnliches Klanggerüst. Erneut wurde mit dem London Session Orchestra aufgenommen und dabei alle Register gezogen. Dementsprechend opulent präsentiert sich die neue Platte gleich zu Beginn. Den 14-minütigen Opener (Und damit bis Dato der längste Nightwish-Song) in all seinen Details und Raffinessen auseinander zu tüfteln würde schon fast eine halbe Doktorarbeit füllen, weshalb an dieser Stelle darauf verzichtet wird. Im darauf folgenden "Bye Bye Beautiful" wird mit aller Härte abgerechnet – laut Tuomas allerdings nicht mit Tarja. Trotzdem werden in diesem Song ausdrucksstarke Gitarrenriffs mit Marcos Stimme kombiniert. Der dritte Track "Amarath" ist nach dem vorgeschobenem "Eva" die erste richtige Albumsingle. Hier kommt zum ersten Mal der Umstand ans Tageslicht, dass mit Anette als neue Sängerin Nightwish in eine poppigere Richtung drückt. Melodisch und treibend setzt sich "Amarath" jedoch erst einmal im Gehörgang fest. Das nächste Highlight ist "Master Passion Greed", der inzwischen als einer der aggressivsten Nightwish-Songs diskutiert wird. Und wirklich, man wünscht sich nicht gerade die Person zu sein, die in diesem Track thematisiert wird.

Nach der Erstlingssingle-Ballade "Eva" (die jedoch mit der anderen Album-Ballade "Meadows Of Heaven" bei Weitem nicht mithalten kann) folgen unter Anderem das melodische "Sahara", welches anstelle einer eigenen, titelbezogenen Klangkonstruktion in Sachen Melodik lieber dem roten Faden des Albums folgt. Der folgende (ebenfalls opulent produzierte) Akustiksong "The Islander" bietet hingegen einige neue Elemente, die man bisher noch nicht gehört hat, und stößt einem sehr positiv in den Gehörgang, bevor er in das instrumentale "Last Of The Wilds" übergeht, bei dem wieder mit Gitarrenriffs und einer starken melodischen Komponente abgeschlossen wird. Mit "7 Days To The Wolves" folgt dann nochmal ein sehr facettenreicher und komplexer 7-minütiger Track, bis das Album mit der wunderbaren Chor- und gospelverzierten Ballade "Meadows Of Heaven" schließt und den Hörer in die Realität entlässt.

Fazit:

Nightwish sind mit mächtig viel Tamtam zurück. „Dark Passion Play“ hört sich mit Anette Olzon als neue Frontstimme erfrischend an und die restlichen Bandmitglieder sorgen für das gewohnt ausgefeilte Klangbild. Eine Steigerung zum Vorgänger „Once“ ist ebenfalls deutlich erkennbar - und das liegt nicht einmal an dem im Vergleich zum Vorgänger weitaus höheren Budget, dass man bei der Produktion verballert hat. So wirkt das neue Album im Gesamtkonzept belebter und abwechslungsreicher. Die opulente Produktion mit dem London Session Orchestra schlägt wieder voll ein, weshalb Fans des sogenannten „Symphonic Metal“ hiermit eine neue Bibel vorliegen haben. Auch alle anderen dürfen sich dieses Album zu Gemüte führen, da es ohne Zweifel zu den wichtigsten Platten im späten 2007 zählt. Die einzigen Leute, die hier unzufrieden sein werden, sind wohl nur die Hardcore-Fans der ersten Stunde von Nightiwsh. Tja, selber Schuld.

(Lars Peterke)