PortableGaming Netzwerk Gameboy  ·  NintendoDS  ·  N-GAGE  ·  PSP  ·  Gadgets  ·  Musik  ·  Brettspiele  ·  Forum
Login:
Passwort:  
Jetzt anmelden!   -   Passwort?
zurück zur Übersicht

Kate Nash - Made Of Bricks

[ Veröffentlicht am 28.08.2007 ]

Künstler: Kate Nash
Label: Universal
Genre: Indie-Pop

Trackliste
CD1
#1 Play
#2 Foundations
#3 Mouthwash
#4 Dickhead
#5 Birds
#6 We Get On
#7 Mariella
#8 Shit Song
#9 Pumpkin Soup
#10 Skeleton Song
#11 Nicest Thing
#12 Merry Happy
#13 Little Red

Es gibt Musiker, die brauchen Jahre, bis sie mal ganz oben sind. Es gibt Musiker, die werden ein paar Wochen gefilmt und sind dann American Idol- oder DSDS-Gewinner. Und dann gibt es noch Musiker, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben – durch Zufall. Unser aktuellstes Beispiel ist die zwanzigjährige Kate Nash, eine gebürtige Irin, die relativ spontan beschloss, Musik zu machen. Nach ihrem Schulabschluss ging sie an eine Kunst- und Technologie-Hochschule in England und wollte ursprünglich Schauspielerin werden. Da der lebensfrohen Kate allerdings nur eine Absage nach der anderen reinflatterte und sie sich zudem noch ein Bein brach, fand sie ein ganz anderes Talent: das Song-Schreiben. Mit ihrem ersten wirklichen Album will sie dem Musikmarkt zeigen, was sie drauf hat. Da haben wir natürlich auch glatt mal reingehört!

Seit einigen Wochen wird immer wieder behauptet, Kate Nash sei nur eine billige Kopie der Sängerin Lily Allen – diesem Vorwurf möchten wir auf den Grund gehen und füttern deshalb unseren CD-Spieler mit Nashs Hartplastik-Audioscheibe "Made of Bricks". Diese rotiert fröhlich durch das Laufwerk und spielt den ersten Song "Play". Wild und doch mit System zusammengeschusterte Percussion-Einlagen mit stimmigen Gitarren-Riffs und Eletronic-Einlagen lassen die in Harrow aufgewachsene Irin eher wie eine britische Pseudo-Abklatsch-Version der spielenden Anette Louisan da stehen. Auch, wenn es nur um das (scheinbar unwichtige) Intro handelt, müssen wir sagen: Katey, die ersten 72 Sekunden sind echt nicht der Renner. Es folgt die erste Single, "Foundations" – Nash beschreibt den Zusammenhalt und das Geben und Nehmen in einer Beziehung, singt von jugendlichem Leichtsinn und der Lust, zu provozieren, und gleichzeitig eine feste Bindung aufzubauen, von dem Problemen, die solch eine Bindung mit sich bringt und letztendlich auch vom Zerfall einer solchen. Umhüllt mit Kates wundervoller Stimme und einer eingängigen Melodie wird dieser Song noch eine ganze Weile der Dauerbrenner des Albums sein. Der darauffolgende Song "Mouthwash" beschreibt ihr Leben. Ein ganz normales Leben, das, genau wie sie, genauso seine Macken (und Falten) hat – sie bleibt auf dem Boden. Im swingenden "Dickhead" klagt die Künsterlin einen scheinbar minderbemittelten Menschen aus ihrem Umfeld an und nimmt, wie schon der Titel vermuten lässt, auch kein Blatt vor den Mund. "Birds" ist zum ersten Mal nicht aus Nashs Sicht, sondern der eines Mannes geschrieben. Es geht auf wundervolle Art und Weise um eine Liebeserklärung, die einen glatt zum fliegen begleitet. Auf das eher unspektakuläre "We Get On" folgt ein Mädchen namens "Mariella", dessen Schicksal Kate auf wundervoll verspielte Weise mit stimmigem Zungenbrecher im Refrain erzählt. "Shit Song" haut – im wahrsten Sinne des Wortes – noch mal richtig auf die Kacke! Hier helfen ein Schlagzeug, ein Klavier und diverse Synthies um einem Menschen mal richtig die Meinung zu geigen - einer der Höhepunkte des Albums, finden wir. Die "Pumpkin Soup" erinnert auf wundersame Weise an "The Streets" mit Trompeten-Jingles, ist im Großen und Ganzen zwar nicht schlecht, aber auch kein Gehörgang-Orgasmus. Die letzten drei Tracks, "Skeleton Song", "Nicest Thing" und "Merry Happy" schließen das gesamte Album perfekt ab. Kate wird hier zunächst etwas aufbrausender, zeigt sich danach allerdings von ihrer ruhigeren, sentimentalen Seite, die auch im Hidden Track "Little Red" zum Vorschein kommt. Manche mögen meinen, sie ist erst ab hier ernst zu nehmen, doch finden wir, dass gerade der Kontrast zwischen den mit Witz gespickten und den bodenständigeren Songs dieses Album ausmacht.

Fazit:

Kate Nash setzt dreizehn Songs wunderbar passend aufeinander und baut damit ihr eigenes Leben für den Hörer wahrnehmbar mit Hilfe ihres Pianos und ihrer Gitarre vor ihm auf. Sie singt von geradezu menschlichen Themen wie Liebe, Hass, Verzweiflung und Einsamkeit und verpackt das Ganze in einem schönen, roten Umschlag, den man gerne immer wieder öffnet. Trotz allem müssen wir sagen: dieses Album ist nichts für harte Kerle (oder Mädels) – wer sich als solche(n) sieht, wagt vielleicht trotzdem mal einen Blick und lässt sich entführen in eine Welt, die so simpel und märchenhaft aufgebaut scheint und entdeckt vielleicht sogar die ein oder andere Parallele. Nash zeigt, wie einfach Gefühle ausgedrückt werden können, und wie schön sie in den eigenen Rahmen passen. Wir hoffen, dass diese Frau uns weiterhin mit ihrem wundervoll britischen Akzent begleitet und in ein paar Monaten das Lily Allen-Abklatschklischee vom Hals hat. Dieses stimmt nämlich absolut nicht. Punkt.

(Nicolas Reinhart)