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Kaizers Orchestra - Maskineri

[ Veröffentlicht am 04.04.2008 ]

Künstler: Kaizers Orchestra
Label: Rough Trade
Genre: Alternative-Rock

Trackliste
CD1
#1 Moment
#2 Apokalyps Meg
#3 Den Andre Er Meg
#4 Bastard Sønn
#5 Maskineri
#6 Toxic Blod
#7 9mm
#8 Volvo I Mexico
#9 Enden Av November
#10 Med En Gang Eg Når Bånn
#11 Kaizers 115. Drøm
#12 Ond Sirkel

Weniger Ompa, mehr Gefühl. So könnte zumindest das Motto des neuesten Longplayers von Kaizers Orchestra lauten. Die Norweger haben mit Maskineri (was so viel bedeutet wie ‚Maschinerie’) ihr viertes Album veröffentlicht. Nachdem ihr Erstlingswerk Ompa Til Du Dør noch um einiges krachiger und wilder daher kam, ist Maskineri um einiges ruhiger und gefühlvoller. Nicht, dass die Norwegen nicht schon vorher bewiesen hätten, dass sie auch Gefühl zeigen könnten, aber mit dem Wechsel vom heimischen Studio in Bergen in die ehemaligen DDR-Rundfunkstudios in Berlin-Schöneweide unter Führung eines neuen Produzenten hat sich doch einiges verändert. Gemeinter Produzent ist dem geneigten Musikhörer auch kein Unbekannter: Es handelt sich hierbei um Mark Howard, den man unter Anderem auch von U2 und Tom Waits kennt. Ja, Kaizers Orchestra haben sich ein weiteres Stück von ihren Wurzeln, dem Polkapunkpop entfernt - doch das hat nichts Negatives zu heißen.

Schon bei dem ersten Titel "Moment" fällt dem Hörer auf, dass die Parts, die dazu einladen mitzusingen, mehr geworden sind. Das setzt sich übrigens das gesamte Album hindurch fort. Auch wenn man die Sprache vielleicht nicht versteht, es zieht einen mit, man möchte mitsingen. Der Mitreißfaktor ist zwar etwas geringer als bei den Vorgängern, jedoch immer noch vorhanden. Genauso ist auch immer noch das düstere, das mystische Ambiente, welches in den vorangegangenen Kaizers-Alben so prägend war, vorhanden. Ob man sich nun "Apokalyps Meg" oder "Toxic Blod" anhört, die typische Kaizers Orchestra Stimmung kommt auf. Ausgelöst durch die für die Band typischen Instrumente Akkordeon, Kontrabass und Orgel, die ein faszinierendes Zusammenspiel zustande bringen. Bei "Den Andre Er Meg" haben sich die Herren Kaizer eine Gastsängerin ins Boot geholt. Die Frau des Gitarristen, die nicht deswegen auf dem Album ihre Stimme zum Klingen bringt, oder weil sie in dem Bereich Erfahrung hat, sondern weil Janove Ottesen, dem Sänger der Kaizers, ihre Stimme einfach gefällt. Bei "Maskineri" hört man das monotone Schlagen einer, wie der Titel schon sagt, Maschinerie. Und selbst hierbei gelingt es dem Sextett dieses so zu verarbeiten, dass es angenehm klingt und sich perfekt in das Bild des Liedes einfügt.

Im Gegensatz zu den Vorgängeralben fällt jedoch auch auf, dass auf Maskineri nicht mehr ein eindeutig erkennbarer, roter Faden durch die einzelnen Lieder der Scheibe führt. Doch auch diese Tatsache tut der Scheibe keinen Abbruch. Das Album fließt nur so dahin, es passt einfach alles irgendwie zusammen. Janoves Stimme ist noch weiter in den Vordergrund gerückt und er beweist auf eindrucksvolle Art, dass er etwas von seinem Handwerk versteht. Wem das Album nicht auf Anhieb gefällt, sollte ihm noch eine weitere Chance geben, denn Maskineri schafft es, mit jedem Abspielen den geneigten Hörer auf ein Neues zu beeindrucken.

Fazit:

Mit Maskineri hat sich bei den Herren Kaizer so einiges verändert. Doch sie sind, entgegen der Prognosen einiger Kritiker, immer noch ihrer Landessprache treu geblieben und haben es trotz eines doch durchgehend sehr ruhigen Albums geschafft, auch ihrem Stil treu zu bleiben. Maskineri ist es also auf jeden Fall wert, gehört zu werden - auch wenn es das selbe Problem hat wie schon die vorangegangenen Alben von Kaizers Orchestra: Die geballte Energie, die bei den Live-Shows aufkommt, ist einfach nicht im Studio auf einen Silberling zu bannen. Es gilt also nach wie vor: Wer das „richtige“ Kaizers Orchestra Feeling erleben will, sollte sich auf ein Konzert wagen.

(Sarah Jaeckel)