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I Was a Cub Scout - I Want You to Know That There Is Always Hope

[ Veröffentlicht am 07.03.2008 ]

Künstler: I Was a Cub Scout
Label: Warner Music
Genre: Indie-Emo

Trackliste
CD1
#2 Echoes
#3 Lucean
#4 Pink Squares
#5 Part 3
#6 We Were Made To Love
#7 Our Smallest Adventures
#8 Recommendations
#9 Hunter's Daughter
#10 P's And Q's
#11 Step Too Far Behind

I Was A Cub Scout. Als ich diesen Namen zum ersten Mal hörte, befand ich mich auf einem "Minus The Bear"-Konzert und Sie sollten die Vorband darstellen. Skeptisch wie immer beäugte ich ihr Schaffen - und es riss mich direkt mit. Diese Melodien, diese Texte und diese ganz spezielle Atmosphäre, die diese zwei Knaben (18 und 20 Jahre jung) an diesem Abend versprühten, es war einfach wundervoll. Prompt kaufte ich mir die vor Ort erhältliche EP und verschlang diese wie selten eine zuvor. Von diesem Tagen an wartete ich sehnsüchtig auf den Album-Release von "I Want You to Know that There is Always Hope".

Nun ist eben dieses Album verfügbar und liegt eingeschweißt und jungfräulich vor mir. Bereit einzusteigen und abzutauchen in diese wunderbare Welt, die bereits auf der EP ihre Türen einen Spalt öffnete und nun hoffentlich den Weg frei macht für ein wunderbares Album. Doch schafft ihr erster Wurf dies überhaupt oder war die EP nur ein Strohfeuer ihrer einzigen Hits? Hohe Erwartungen also an ein Debütalbum. Eventuell zu hohe für die noch jungen Schultern aus England.

Whatever you want / Wherever you are / Whatever you need / I'm not that far. Mit diesen kurzen Zeilen beginnt "Save Your Wishes". Eine Warnung an die Erwartungen? Nein, wohl eher nicht, denn zu mindestens der erste Song weiß bereits sehr zu begeistern. Eine wunderbare Synthesizer-Melodie in bester Killers-Manier verzaubert den Hörer und führt ihn durch den ersten Song der treibend nach vorne prescht und die Tür zur Welt von "I Was A Cub Scout" bereits aufbricht und dies mit einer Kraft und einer Liebe tut, die zum Bewundern anregt. Und da sich die beiden Jungs William und Todd neben dem Elektronischen und der Popmusik auch den Emo-Einflüssen nicht verborgen fühlen, spielt Melancholie eine tragende Rolle. Genau dies wird bereits bei "Save Your Wishes" sehr deutlich. Mit ihren jungen Jahren dürfen sie auch noch unverzeihlich in das Kitschige abdriften und mit Zeilen wie "And keep your kisses, as they're unwanted" die Ohren des Hörers begeistern. Auch mit dem Folgetrack "Echoes" machen die beiden genau dort weiter, wo ihr erster Song aufgehört hat: Progressiver Unterton mit Synthesizer-Melodien bestückt. Wieder erwartet uns der melancholische Unterton und doch kommen die Melodien fröhlich und begeisterungsfähig daher.

Die Reise in die wundersame Welt der beiden Engländer geht weiter. Mit "Pink Squares", "Part 3" und "Our Smallest Adventures" gibt es die ersten massenkompatiblen Hits, wobei zwei von ihnen bereits von der EP bekannt sind und nur leicht abgeändert wurden. Die Muster der Songstrukturen im Laufe des Albums sind zwar ähnlich, doch langweilig wirken sie nicht. Die Tempi der einzelnen Songs variieren dabei, der Grundton bleibt jedoch bestehen. Mal wird in gemächlichen Schritten erzählt wie in "P's And Q's" und an anderer Stelle wird der Hit-Hammer ausgepackt und ein mitreißendes Stück Musik auf die Scheibe gepresst. So schlägt sich das Album weiter bis zum Ende. Dabei erinnern die Synthie-Parts wie bereits erwähnt recht stark an "The Killers" oder der ruhigen, verträumten Spielweise von "Death Cab For Cutie". Durch die teils starken elektronischen Einflüsse wie z.B. in "Our Smallest Adventures" zeigen sie hingegen neue Facetten, die auf Dauer leider doch etwas abgestumpft wirken und genau wie die Melodien auf Grund der Einheitlichkeit zu verblassen drohen. Und so fällt das Album zum Ende hin auch beträchtlich ab, die Qualität leidet etwas und vielleicht wäre es doch besser gewesen ein oder zwei Songs nicht auf "I Want You to Know that There is Always Hope" zu verewigen, oder eventuell etwas mehr Abwechslung in diese Stücke zu bringen.

Fazit:

Viele Hörer Fragen sich nach der Hälfte des Albums sicher: Funktioniert dieses Rezept der Synthie-Melodien, gepaart mit Gitarre und Drums im Background und dem melancholischen Unterton ein ganzes Album lang? Jein! Es ist ein schönes Album und eine wirklich wunderbare Welt, die aber leider etwas zu viele gleiche Stränge präsentiert. Im Großen und Ganzen stellen „I Was a Cub Scout“ in diesem neuen Jahr aber ein schön abgeschlossenes und in sich stimmiges Debüt vor. Und zwei Jungs die zusammen noch nicht einmal 40 Jahre alt sind, kann man kleinere Fehltritte doch verzeihen und sich über ihre insgesamt wunderbare Musik freuen und hoffen, dass wir in der Zukunft noch viel von ihnen hören können.

(Alexander Sommer)