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Get Well Soon - Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon

[ Veröffentlicht am 25.01.2008 ]

Künstler: Get Well Soon
Label: Universal
Genre: Alternative-Acoustic

Trackliste
CD1
#1 Prelude
#2 You / Aurora / You / Seaside
#3 Christmas In Adventure Parks
#4 People Magazine Front Cover
#5 If This Hat Is Missing I Have Gone Hunting
#6 Help To Prevent Forest Fires
#7 I Sold My Hands For Food So Please Feed Me
#8 We Are Safe Inside While They Burn Down Our House
#9 Born Slippy Nuxx
#10 Your Endless Dream
#11 Witches! Witches! Rest Now In The Fire
#12 Tick Tack! Goes My Automatic Heart
#13 Lost In The Mountains (Of The Heart)
#14 Coda

"Get Well Soon" ist das Musikprojekt des 25-jährigen Konstantin Gropper, welches nach dreijähriger Schaffenszeit seit Januar mit dem Titel "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon" erhältlich ist. Hier wurde geschuftet: Alle Instrumente sind einzeln von Herrn Gropper eingespielt, über lyrischen Texten wurde ausgiebig gebrütet und am Gesang gefeilt. Rausgekommen ist ein schwer im Magen liegendes Studioalbum.

Der gebürtige Oberschwabe hatte auf dem Glastonbury-Festival mit dem Projekt schon einigen Erfolg gefeiert, bevor wir überhaupt nur entfernt davon gehört hatten. Und es wurde auch Zeit, denn die Tage werden wieder länger und auch die Sonne scheint nicht nur länger, sondern auch öfter und zerstört damit auch die ganze Tragik mit der das Album aufwarten kann. Demnach verwirrt der Albenname "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon". Hier gibt es keine Wärmflasche und einen heißen Kakao, sondern düstere Gedanken in Dosen à la 3-5 Minuten. So gibt es nicht mehr als zwei Gute-Laune-Lieder, aber eine ganze Reihe an Liedern, die so schwer sind, dass sie einen doch schneller runterziehen als man denkt.
Gleich zu Anfang baut einen das Album noch auf, nur um einen danach Stück für Stück zu demoralisieren. So werden Leute ausgenutzt, Beziehungen enden dramatisch mit dem Tod oder Menschen geben sich selber auf, nur um der Welt Gutes zu tun. Hexen werden verbrannt, es wird im großen Stile resigniert und Individuen fühlen sich heimatlos. Da hilft es auch nicht weiter, wenn das eine Gute-Laune-Lied von dem Anfang von Beziehungen und deren Leichtigkeit erzählt und das Andere das Gefühl eines überstandenen Streits und der damit verbundenen Erleichterung transportiert.

Unabhängig von den Thematiken kommen einige Lieder wie "Your Endless Dream" leichter daher als man vermuten würde, wenn man den Texten folgt. Dieses Lied trabt wie ein alter Gaul daher und wird von einer schönen Frauenstimme auch merklich aufgelockert.
Doch bei Liedern wie "Lost In The Mountains (Of The Heart)" fühlt man sich einfach schlecht. Dieses Lied baut sich langsam auf, schwillt zu einem intensiven Refrain an, nur um dann wieder abzuklingen und einen mit dem Klavier und ein paar Streichern allein zu lassen. Und wenn man meint, es könnte nicht mehr tragischer werden, wehklagt Herr Gropper aus dem Hintergrund "You’re Gonna Save The World". Man könnte in einer Tour durchheulen.

Abseits des Inhaltes seien natürlich auch noch ein paar Worte zur Akustik zu schreiben. Wer "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon" allein im stillen Kämmerlein hört und sich auf das Kommende einlässt, der wird zweifelsfrei der Atmosphäre des Albums erliegen und die nächste Stunde in Trance verbringen. Viel zu versiert geht Gropper hier mit seinem Stimmorgan und den Instrumenten um und schafft es mit intelligenten und oft auch ungewohnten Elementen jedem Song eine Note zu verleihen, die im Kopf bleibt.

Fazit:

Dieses Album will Medizin sein. Es will einem durch eine schwere Zeit helfen und das macht es auf eine sehr seltsame Art. Legt man diese CD ein wird man sich auf eine gute Weise schlecht fühlen, aber wenn man dann genug gelitten hat und man die Musik stoppt (am besten mit einem der Gute-Laune-Lieder), dann merkt man das seine kleinen Problemchen gar nicht so schlimm sind, wie sie doch gerade noch besungen wurden. Dann steht man nur vor dem Problem eine neue Musik zur aktuell passenden Stimmung zu finden. Probehören ist hier aber sehr zu empfehlen, da sich an diesem Stück die Geister scheiden. Man wird es lieben oder hassen.

(Phillipp Jauch)