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Beatsteaks - Limbo Messiah

[ Veröffentlicht am 30.03.2007 ]

Künstler: Beatsteaks
Label: Warner Music
Genre: Alternative

Trackliste
CD1
#1 As I Please
#2 Jane Became Insane
#3 Sharp, Cool & Collected
#4 Meantime
#5 Demons Galore
#6 Cut Off The Top
#7 Bad Brain
#8 She Was Great
#9 Soljanka
#10 Hail to the Freaks
#11 E-G-O

Raus aus dem Keller, hinein in die Hauptstadt! Die fünf Großstadtklopper mit herzlichstem Namen BEATSTEAKS melden sich zum fünften Male zurück ins Studio. Was einst im verschlafenen Untergeschoss der Hausnummer 48/49 anfing, ist heute bei deutscher Musikgeschichte angekommen. Damals, 1995, wollten Peter, Bernd, Steffi und Alex einfach nur Musik machen, genau wie ihre damaligen Helden: Ramones, Sex Pistols und unter anderem The Cure. Wenige Zeit später verirrte sich auch Arnim, Frontsänger und Launelöwe der Band in den Proberaum, ursprünglich als Gitarrist, der charmante Linkshänder wurde dann allerdings einfach mal vor’s (bzw. hinter’s) Mikro gestellt. Nach ihrem Debüt, schnöselig benannt "49/49", dauerte es allerdings erst einige Zeit, bis die Schnitzel den Durchbruch schafften. Wir schreiben das Jahr 2002, Alex und Steffi sind (aus ominösen Gründen) raus aus der Band, dafür sitzt Thomas nun am Schlagzeug, Torsten (ehemaliger BS-Tontechniker) übernimmt den Bass. Mit "Living Targets", der dritten Scheibe und Singles wie "Let Me In" und "Summer" wird auf die Berliner von der Musikpresse erstmals ein Auge geworfen. Zwei Jahre später kommt "Smack Smash" und spätestens jetzt ist der Knoten geplatzt. Die Beatsteaks heimsen 2005 einfach mal schnell den MTV Music Award als bester Live Act und beste deutsche Band ein. Nach ihrer Wahsninns Tour genehmigen sie sich zunächst mal eine Auszeit, bevor es Ende 2006 wieder mal ins geliebte Studio geht (inzwischen nicht mehr im Untergeschoss).

Und genau dort beginnt die Geschichte von ".limbo messiah", dem bislang fünften Stuidoalbum. Elf Songs, eine knappe halbe Stunde? Zu kurz, hör ich da? Na aber hallo, da hat wohl jemand noch nicht die Scheibe gehört! Los geht’s mit As I Please, einem anspruchsvollen, tempolastigen und vor allem live sehr anstrengenden Song, bevor es gleich mindestens genauso knallhart weiter geht mit der ersten Single-Auskopplung, Jane Became Insane. Ich habe Ewigkeiten gebraucht, bis ich dieses Lied gemocht habe. Es zählt noch heute nicht zu meinen Lieblingen, ist aber trotzdem ein netter Track. Nachfolgend haben wir Sharp, Cool & Collected, mein persönlicher Tiefpunkt des Albums, leider. Haudrauf- und Headbang-Fans werden hier wohl trotzdem ihren Spaß haben. Meantime und Demons Galore setzen die Platte mit zwei schönen Tracks (legere Ode im Beatsteaks Stil & aufbrausender Tempomacher) fort, Platz 6 belegt Cut Off The Top, zweite Single und mitunter eines der schönsten Lieder der halbstündigen Platte. Unter den letzten fünf Songs gibt es dann noch mal einen weiteren Tiefpunkt (Bad Brain), ein so lala-Song (Soljanka) und drei absolut starke Limbo-Knüller. In She Was Great packt Arnim die Kopfstimme aus – Kritiker sagen, wir brauchen keine Frauenstimme, wahre Kenner sehen und lieben die Vielfalt der Stimme des Sängers. Hail To The Freaks wird dann noch mal ein bisschen nachdenklicher, bevor mit E-G-O abgeschlossen wird. Kein schlechter Schluss, Ladies & Gentlewomen!

Fazit:

Alles in allem muss man schon sagen, dass die Beatsteaks sich eine Menge Mühe gegeben haben. Über ihre eigene Platte sagen sie, dass sie bei vielen Stücken daran gedacht haben, wie das ganze live ankommt. Wenn eines außer Frage steht, dann die These, dass sie das mit diesen 11 Songs super gemeistert haben. Kein Allrounder, kein Obersmasher, aber trotzdem sollte sich jeder die Platte zu Ohren führen, sie wachsen lassen und sich einfach mal entspannen – oder Tickets zu einem der 2008 noch zahlreichen Livekonzerte besorgen und die Fünfe mal ganz persönlich erleben. Nach Smack Smash dachte ich nicht, dass die Beatsteaks noch mal einen größeren Erfolg landen würden, bin jetzt allerdings recht froh, dass sie es gepackt haben, meine Erwartungen mal wieder vollends zu übertreffen.

(Nicolas Reinhart)