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Interview mit Grant Henry von Stemage (Deutsche Version)
phonotic Artikel vom 02.04.2008
![]() Grant Henry ist der Mann hinter “Stemage”. Mit seinem ersten Album „Strati“ (Erhältlich über iTunes oder seiner Website)zeigt er allein seine Fähigkeiten im Singen, dem Spielen von Instrumenten und dem Produzieren von Musik. Wir haben ein kleines Interview mit ihm geführt und über die Vor- und Nachteile einer Ein-Mann-Band gesprochen. Hallo Grant! Du hast dein komplettes Album “Strati”, im Alleingang produziert; warum das? Wäre es nicht einfacher gewesen eine Band zu gründen? Für mich war das ein persönlicher Meilenstein. Ich war schon in vielen Bands und habe viele CDs aufgenommen; das ist also etwas, dass ich schon miterleben durfte. Dennoch, obwohl ich schon viele Jahre lang für mich selbst Musik aufgenommen habe, habe ich noch nicht an einer Sammlung von Songs oder einem Album gearbeitet, dass für sich allein stehen kann. Das Ziel war, ein Album vom Anfang bis zum Ende zu machen. Ich wollte das Schreiben, Aufnehmen, Abmischen und Mastern übernehmen. Das einzige Gebiet auf dem ich Hilfe benötigte war das Artwork, da ich selbst kein sehr guter Grafik-Designer bin. Wie lang hast du gebraucht, um “Strati” fertig zu stellen? Es gab einige Songs, die ich schon vor der Produktion von Strati geschrieben habe, aber den Großteil der Lieder habe ich für das Album verfasst. Insgesamt hat alles etwa 9 Monate gedauert. Ist es nicht sehr schwer, etwas wie “Strati” ganz allein zu erschaffen, wenn man nicht eine große Inspirationsquelle hat? Ich habe gehört, dass Cave In eine wichtige Inspiration für dich war, aber gab es da noch mehr? Ich habe viele Inspirationsquellen- sowohl textlich als auch musikalisch. Das Album ist bunt gemischt, weil es meine Einflüsse ebenso sind. Cave In ist eine große Inspiration für mich, genau wie du gesagt hast. Zu den größten zählt aber auch Self, Failure, Hum, Sikth, and Opeth. Oder zumindest sind das einige davon. Du hattest eine große Menge an Ideen, die du in die Songs integriert hast. War die Entscheidung, ein Album aufzunehmen eher eine schnelle oder hast du lange Zeit Ideen gesammelt, bevor du dich dafür entschieden hast? Ja, die Songs enthalten definitiv viele verschiedene Sounds und Themen, Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, eine Platte aufzunehmen, und ich habe etwa sechs Monate lang meine Gedanken gesammelt, bevor ich mit der Produktion anfing. Ich habe mich dennoch auf jeden Song einzeln konzentriert, als wäre er ein eigenes Projekt. Sie sind alle verschieden und haben ihren eigenen Klang und Stil- musikalisch und textlich. Ich denke, dass es zum Glück genug Gemeinsamkeiten zwischen den Liedern gibt, so dass sie ein zusammenhängendes Klangerlebnis ergeben- zumindest hoffe ich, dass die Leute es so wahrnehmen. Den meisten scheint es zu gefallen. Deine Songs sind sehr komplex. Wie schaffst du das? Nimmst du viele Versatzstücke auf und versuchst sie dann miteinander zu kombinieren oder sammelst du viele Ideen bis es für die Sinn ergibt, diese in einem Lied zusammenzuführen? Das Schreiben von Songs ist für mich ein sehr organischer Prozess. Ich habe einige Grundideen wenn ich mit den Aufnahmen anfange, aber oft nehme ich das Schlagzeug zuerst auf, weil ich weiß dass ich einen bestimmten Beat nutzen will und schreibe danach die Gitarren. In anderen Fällen kann ein Song auch komplett geschrieben sein, bevor ich mit dem Aufnehmen beginne. Es kommt wirklich darauf an. Meine Songs sind dafür bekannt, manchmal “all over the place” zu sein, und diese Tracks entstehen meist so, dass erst der Rhythmus feststeht, dann die Gitarren geschrieben werden, und als letztes die Vocals. Es kommt wirklich immer auf den Track an. Einige deiner Songs sind in gewisser Weise sehr experimentell, beispielsweise das Schreien in “Fabulous Fabulist”. Bist du ein Fan von Bands dieser Musikrichtung oder macht es dir einfach Spaß, viele verschiedene Dinge auszuprobieren? “Fabulous Fatalist” ist der sarkastischste Song den ich je geschrieben habe. Ich liebe Metal, aber die meisten Vocals bei Metal sind zwerchfellerschütternd. Manche Songs, in denen am meisten geschrieen wird haben die fantastischsten Texte. Aber die Ironie daran ist, dass man sich mit dem gedruckten Text in der Hand direkt an die Stereo-Anlage setzen muss um auch nur ein bisschen zu verstehen. Darauf basiert “Fabulous Fatalist”. Ich wollte einen tollen Metal-Track, aber der Text ist absichtlich undeutlich. Der Text handelt von all den damit verbundenen Themen, davon dass man den gedruckten Text braucht und von den bescheuerten apokalyptischen Bildern, die diese Alben zieren. Es sollte bescheuert sein, aber ich habe mein besten getan, einen coolen Metal-Song als Grundlage zu schreiben, damit diejenigen daran ihren Spaß haben, die sich für diese Musikrichtung interessieren. Es ist im Grunde ein Tribut an meine Lieblings-Metalbands, aber er parodiert sie auch gleichzeitig. Kannst du mir etwas über die Zukunft von Stemage erzählen? Können wir in der näheren Zeit mehr von dir erwarten oder bist du erst einmal für eine Weile erschöpft? Ich nehme immer irgendwelche Sachen auf. In den kommenden Monaten erscheinen zwei Tracks für Failure Tribute (myspace.com/failuretribute) von mir und ich arbeite stetig am Metroid Metal-Projekt (www.metroidmetal.com) weiter. Außerdem möchte ich schon recht bald eine EP mit instrumentalen Stücken herausbringen, die sich an einigen vergangenen Songs von mir orientieren, die nicht auf Strati erschienen sind, was einige enttäuschte. Ich habe noch keine genauen Details aber es wird diese EP definitiv geben. Ich wollte bei Strati einen Fokus auf den Gesang, aber nun möchte ich auf jeden Fall etwas instrumentales machen. Eine Sache die mich sehr interessiert: Welche CDs und Künstler sind deine derzeitigen Favoriten? Hm ja, meine derzeitigen Favoriten und meine "All-Times", das sind definitiv zwei verschiedene Paar Schuhe. In meinem CD-Player rotieren momentan viele Sachen von Oceansize, Amplifer, The Channels, Bulb, Meshuggah, Shiner, Faraquet, Mastodon, 3, Between The Buried And Me, Baroness, und die Foo Fighters. Jetzt hast du eine Liste. Was machst du eigentlich in deiner Freizeit wenn du nicht gerade mit dem Machen von Musik beschäftigt bist? Ich arbeite als fest angestellter Webentwickler - bin als ein Vollzeitangestellter wie jeder andere auch. Wenn ich in meiner Freizeit gerade keine Musik höre oder mache, stecke ich ganz tief in Videospielen, Filmen, versuche mich an meinem Yo-Yo oder meinen RC-Cars - aber jetzt nicht in dieser Reihenfolge. Wie sieht's mit Live-Auftritten mit Inhalten von "Strati" aus? Ich war schon in vielen Bands die auf kleine Touren gegangen sind. Hier, wo ich momentan lebe, ist es aber eher schwer genug Musiker zu finden um "Strati Live" zu ermöglichen. Vielleicht passiert es eines Tages, aber ich muss dazu sagen, dass ich im Herzen auch eher der Studiomusiker als ein Livemusiker bin. Ich habe bereits live gespielt aber möchte jetzt noch nicht dahin zurückkehren. Aber alles ist möglich. Dein Album ist in Deutschland und anderen Ländern über iTunes erhältlich, aber ist das alles was du vorhast? Wie wäre es, ein bisschen Energie in die Sache zu stecken und "Strati" hier bei einem netten Label zu releasen? Ich habe wirklich noch nicht so richtig darüber nachgedacht "Strati" international zu releasen. Viele Labels wollen halt Künstler die Touren, um die CD zu bewerben - und das ist etwas zu dem ich nicht in der Lage bin. So eine Veröffentlichung wäre sicher eine Überlegung wert, aber ich frage mich, wer ohne diesen Live-Push interessiert wäre? Aber gute Idee! Grant, danke dass du dich unseren Fragen gestellt hast! Willst du noch etwas hinzufügen? Erstmal vielen Dank! Ich würde gern noch ein anderes Projekt erwähnen, bei dem ich mitgemacht habe. Ich war einer der führenden Darsteller und habe den Soundtrack zum Indie-Film "For Catherine" aus North Carolina gemacht. Auf www.207pictures.com kann man mehr darüber lesen. Es ist sehr spannend in einem Film mitzuwirken - und es ist sogar ein sehr witziger Film geworden. Am Schluss bin ich natürlich Stolz jetzt ein Teil von Phonotic zu sein. Das bedeutet mir schon eine Menge, vielen Dank!
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