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Die Zukunft der Musikvermarktung
phonotic Artikel vom 12.04.2008
![]() Radiohead haben es mit "In Rainbows" vorgemacht und die Charlatans ziehen mit hrem neuen Album "You Cross My Path" ebenfalls nach: Kostenlose Alben dank Release im Internet. Liegt hier die Zukunft in der Vermarktung und Publikation von Künstlern und dessen Musik? Wir haben mit einigen Usern aus dem Phonotic.de-Forum über das Thema diskutiert xxXTobiXxx, Tobias (15) meint : Ich finde es schön, dass immer mehr Musikgruppen es "wagen", ihre Musik kostenlos anzubieten. So probieren vielleicht mehr Menschen deren Musik aus und kaufen sich weitere Alben, da ihnen die Musik gefällt. Ich bin z.B. kein Punkfan, wenn ich mir jetzt aber kostenlos ein Album von einer Band herunterladen kann, habe ich die Chance es auszuprobieren. Falls es mir gefällt, kauf ich mir ein weiteres Album. Damit verdienen sie auch mehr. Auch ist es bequemer, man ist nichtmehr von dem Angebot von Media-Markt,Saturn etc. abhängig. Ich kann mir die Musik herunterladen wann und wo ich will. Natürlich ist es nicht jedermanns Sache. Ich kenne viele Leute die gerne "etwas in der Hand" haben - also eine CD. Es sieht auch einfach schöner aus, ein Regal voller CD´s zu haben, anstatt alles auf dem PC oder nur selbstgebrannten CD´s. Außerdem gibt es auf dem Land immernoch Gebiete in denen es kein DSL oder nur Light DSL gibt. Somit ist es auch zeitintensiver 100 MB-große Alben herunterzuladen, als fünf CD´s zu kaufen. Die Zukunft? Ich bezweifle, dass so die Zukunft der Vermarktung aussehen wird. Die Bands können oder wollen nicht auf die CD Einnahmen verzichten, denke ich, da ihnen sonst "nur noch" Live-Auftritte, Merchandising etc. bleibt. Ich finde es aber grundsätzlich schön, dass sich bei der Musikindustrie etwas "verändert". SamusAran, Lars (19) meint: Musik begleitet uns ja tagtäglich und ist fester Bestandteil des Alltags. Zudem hat jeder Mensch eigentlich in irgendeiner Form einen Bezug zur Musik. Ich finde es sehr schön, dass die digitale Welt Einzug hält und man sich so langsam bemüht die positiven Aspekte zu nutzen, anstatt "Piraterie!" zu schreien und blind dagegen vorzugehen. Nehmen wir z.B. den iTunes WiFi Store auf dem iPhone und dem iPod touch. Das ist toll, ich gehe zu einem Kumpel und er spielt mir ein Lied vor oder ich höre auf der Arbeit Radio. Eben das Gerät raus und ich kann mir schnell das Lied kaufen. Da bekommt auch die Raubkopiererei ein Schnippchen geschlagen, da diese lange nicht so komfortable ist wie ein immer ereichbarer, schneller Musicstore. Ich glaube aber auch künftig kommen wir nie von von solch traditionellen Dingen wie der CD los. Die sind einfach ein Teil der Musik und es geht nichts über ein hübsches Digipack im Regal, da kann ich mich meinem Vorredner anschließen. Viel Zukunft sehe ich in dem Bereich der Liveauftritte von Bands, denn im Gegensatz zu oft überteuerten CDs finde ich Liveauftritte besser, um Bands zu unterstützen. Ich gehe demnächst "Get Well Soon" angucken. Der Spaß kostete mich mit Ticketgebühren 14€ und sowas zahle ich total gerne für einen schönen Abend. Bei einer CD, wo ich vorher vielleicht was im Radio gehört habe, tue ich mich dann viel schwerer gleich 17 Euro oder mehr auf den Tresen zu legen. Das Medium Internet ist da das Richtige für die Zukunft. Jetzt können wir alle auf Entdeckungsreise gehen und neues finden. Ich denke sowas wird dafür sorgen, dass wir in Zukunft noch eine stärkere Bindung zur Musik haben werden. Kain88 (19) findet: Wir hatten im Forum kürzlich da auch eine ähnliche Diskussion zu. Der Trend setzt sich hier weiter fort. So wie ich das flüchtig immer mitbekomme, werden viele neue Verträge eher mit den Konzertveranstaltern gemacht. Die kümmern sich dann noch um das ganze Merchandising. Einerseits finde ich diese Entwicklung gut, anderesseits würde ich es toll finden, wenn für Sammler weiterhin Musik auf physichen Datenträgern erscheint. Macht sich einfach schicker im Regal. Ebenfalls interessant: Dieses Experiment. Was die Preispolitik angeht: Wenn möglich importiere ich CD's aus Amerika, dort kosten sie mich dann auch nur 8-9€. Was ich im Moment sehr störend finde, sind die ganzen angeblichen Limited Editions, bei denen ein Lied mehr dabei ist, ich aber 2-5€ mehr zahlen soll. Dan gibt es für das selbe Album auch noch richige limitierte Editionen (Tausend Stück oder weniger). Zicu, Nikolai (18) sagt: Ich denke, der klassische Vertriebs- und Verkaufskanal von Musik, über Plattenläden und CD's, über physische Datenträger, liegt im Sterben. Die neue Welt der Breitband-Internetanschlüsse hat diese Kanäle überflüssig gemacht, der iPod hat die CD-Player als mobiles Musikhörmedium abgelöst. Leider ist die Musikindustrie in der Vergangenheit stecken geblieben und hat bis vor kurzem versucht, ihre alten Vertriebswege aufrecht zu erhalten. Frei nach dem Sprichwort: “When the Winds of Change come, some people are hiding in shelters, others are building Windmills.” Und so hat die Musikindustrie diese neue Technologie eigentlich den Tauschbörsen überlassen, auf denen Millionen von Songs gratis, sofort, rund um die Uhr und ohne Vertriebskosten zu Verfügung stehen - nur meist eben nicht wirklich legal. Lange wurde das Problem ignoriert, die Technologie verteufelt, dann tauchten Online-Stores wie iTunes auf. Diese lösten das Problem aber nicht wirklich, denn die Musik bekam man nur in Durchschnittsqualität, die anspruchsvolle Hörer abschreckte. Ausserdem gab es auf jedem File einen Kopierschutz, das sogenannte DRM, dass die Kompatibilität der Musikstücke stark einschränkte. Dies alles ließ die Tauschbörsen weiterleben, da sie DRM-freie Stücke in höher Qualität anboten. Auch die aggressive und unrechtmässige Kriminalisierung der eigenen Kunden hilft der Musikindustrie dabei nicht wirklich. Riesige Klagewellen überollen zwar Amerika sowie Deutschland, aber die Userzahlen der Tauschbörsen sind immer noch konstant auf hohem Niveau. Da ist es nicht verwunderlich, dass einige Künstler und vielleicht auch einige Labels einsehen, dass dies nicht der richtige Weg ist, dem Phänomen Filesharing entgegenzutreten. Und so releasen sie ihre Musik offiziell und kostenlos im Internet. DRM-frei, in guter MP3-Qualität, inklusive digitalem Booklet. Momentan kann das noch als Pilotversuch gewertet werden, aber ich denke, diese Art des Musikvertriebs wird sich über kurz oder lang durchsetzen. Ich zum Beispiel habe die Band Pennywise, die ihr Album momentan gratis über MySpace zum Download anbietet, mindestens schon drei Leuten empfohlen und auch in den Internetforen von Phonotic.de habe ich auf das tolle Album hingewiesen. Leute, die sich nie ein Album dieser Band kaufen würden, kennen sie jetzt, finden Gefallen ihr, und vielleicht besuchen sie mal ein Konzert dieser Band, kaufen ein Bandshirt oder unterstützen die Band auf anderem Wege finanziell. Natürlich existiert die Gefahr, dass die Musikindustrie schrumpfen wird, genau wie die Bedeutung der Charts, doch das bedeutet noch lange nicht, dass es deswegen keine gute Musik mehr geben wird. Ich denke die Musik wird nur weniger kommerziell vermarktet und ausgeschlachtet werden, gewisse "Stars" aus Castingshows würden uns erspart werden. Kurz gesagt: Die Leute würden aus Leidenschaft Musik machen, und nicht, weil sie Profit machen wollen. Ich würde Pennywise für das schon erwähnte Album sicher 5€ zahlen, zum einen, weil es mir gefällt, zum anderen, weil sie den Mut haben, es gratis anzubieten. Ich denke nicht, dass sich die Methode, dass man vorher für ein Album zahlt, und es nachher hören darf, also Quasi die Katze im Sack kauft, weiterhin durchsetzen lässt. Wie auch immer, ich denke die Musikindustrie begreift langsam, dass man nicht am bisherigen Kurs festhalten kann. Ich hoffe nur, dass noch viel mehr Bands ihre Alben gratis im Internet veröffentlichen, denn aufhalten lässt sich der digitale Wandel nicht, aber nutzen lässt er sich. SamusAran, Lars (19) sagt: Ich denke, ein großer Faktor ist auch die Preispolitik der Labels. Heute kann ich bei einer CD nicht sicher sein ob ich den Künstler unterstütze. Bei einem Best Of macht die Plattenfirma Reingewinn, der Künstler steuert als Fanreiz vielleicht gezwungenermaßen eine B-Seite bei und Ende. Im Mai erscheint die Beatsteaks Live DVD-CD "Kanonen auf Spatzen". Ich werde sie kaufen, da mir hier das Geld gut investiert scheint. Ein komplettes Konzert und eine Live-CD im Sinne der Band. Da kriege ich was für mein Geld. Bei einem Studioalbum siehts aber schon anders aus. Heutzutage kosten die im Digipack 16€ oder mehr und haben eher wenig Tracks. Ich glaube, Die Ärzte waren die letzten, die sich bei "Geräusch" hinsetzten und nen richtig gutes Doppelalbum machten, dass zu einem adäquaten Preis im Laden stand. Kurzum: Für 5€ bis 9€ würde ich jede CD, die mir nach einem Probehören gefällt, kaufen. Allein weil ich sowas dann gerne im Regal habe und den Künstler unterstütze. Eine CD kostet in der Produktion unter einem Euro, die Labels machen genug Gewinn an einem CD-Verkauf. Würde man erst einmal seine Preispolitik überdenken, könnte man einen musikaffinen Teil der Hörerschaft sicher von Tauschbörsen fernhalten. Zeschitz, Max (18) meint: "Eben das Gerät raus und dann schnell das Lied kaufen" - Das sehe ich komplett anders. Ich finde es natürlich toll, dass es Angebote wie iTunes gibt, die man auch ohne Kreditkarte einfach per Abbuchung nutzen kann, doch in meinen Augen liegt hier kein Kauf der Musik im eigentlichen Sinne vor. Für mich ist der Kauf dann vorhanden, wenn ich mein Geld gegen den Besitz eines Produktes tausche. Alles, was ich mir im iTunes-Store zulege oder sonst irgendwo herunterlade, gehört mir nicht. Mein iTunes-Store sagt mir, dass ich den gekauften Titel bereits heruntergeladen habe und dies nur einmal möglich ist. Das, was ich digital kaufe, ist faktisch nicht in meinem Besitz. Ich kann es nur eingeschränkt nutzen, nicht beliebig (für den eigenen Gebrauch) vervielfältigen, und so weiter. Auch bei vielen CD's ist dieser Trend schon vorhanden. Man kauft sich eine CD, darf sich aber keine Kopie anfertigen, um diese im Auto zu lagern. Manchmal ist es nicht möglich, sich die Lieder auf einen MP3-Player zu übertragen. Es ist einfach grausam! Und Raubkopiererei ist nicht so komfortabel wie ein immer erreichbarer Music-Store? Das Problem der Musikindustrie liegt nicht darin, dass sie die Inhalte noch nicht schnell genug liefern können, es liegt am Produkt selbst. Ein guter, schneller und immer erreichbarer Store bringt gar nichts, wenn das vertriebene Produkt einfach nicht gut ist (DRM, schlechtere Aufnahmen). So lange die Piraterie ein besseres Produkt anbietet, als es die Musikindustrie tut, werden viele dazu greifen. Ich kaufe mir eigentlich ausschließlich Musik auf CD, nachdem ich gemerkt habe, dass man bei iTunes keinen wirklichen Kauf tätigt und auch alle mir bekannten anderen legalen Downloadplattformen nur mindere Qualität anbieten können. Mein Händler klebt Aufkleber auf die CDs, die beispielsweise einen eigenen Player zum Abspielen am PC benötigen, oder man nicht die Möglichkeit hat, frei auf die gekaufte Musik zuzugreifen. Dann wird die Platte nicht gekauft, ganz einfach. Zukünftig wird man mit Sicherheit mehr digitalen Vertrieb haben, doch wirklich interessant wird dies (für mich) erst dann, wenn auch die Qualität stimmt. Ich kaufe Musik nur dann online, wenn ich die gleichen Möglichkeiten habe, wie wenn ich mir eine CD im Laden kaufe. Ich glaube nicht, dass der Preis hierbei entscheidend ist – denn für ein gutes Produkt zahle ich auch gerne etwas mehr. Wobei mein Traum ja noch eine Kooperation aller großen Plattenfirmen ist, die eine Download-Flatrate anbieten – ohne Zeitbegrenzung, ohne DRM und in guter Qualität, mit mehreren Codecs zur Auswahl. Dafür würde ich auch tiefer in die Tasche greifen. Superpollution sagt: Stars aus Castingshows bleiben uns dann erspart? Eine solche Einstellung ist ignorant und egoistisch. Nur weil man gewisse Musik scheiße findet, kann man nicht ihr Aussterben befürworten - was aber ohnehin nicht passieren würde. Selbst wenn das Geld irgendwann durch Werbung eingenommen werden würde, hätten die Sponsoren am Mainstream das größte Interesse. Hier würde sich also nichts ändern, die Charts blieben wie sie sind. Und zu dem Statement "Die Leute würden aus Leidenschaft Musik machen, und nicht, weil sie Profit machen wollen.": Zum Einen siehe oben, zum Anderen darf man hier auf gar keinen Fall alle in einen Topf schmeißen. Es gibt Musiker und Fließbandproduzenten. Musiker machen Musik immer mit Leidenschaft. Eigentlich machen sie sie aus der Leidenschaft heraus. Ohne diese würden sie keine Musik machen. Die Fließbandproduzenten klauen sich die Innovation anderer (von Musikern) nur zusammen und machen 'nen Eintopf draus. Denen geht's in der Tat ums Geld. Diese Leute wird es aber immer geben, egal wie sich irgendwelche Vertriebswege entwickeln. Wieso glauben alle, dass sich irgendetwas am Business selbst verändern würde? Ist doch scheißegal, woher die Kohle kommt. Das Interesse, die Musik an den Mann zu bringen, bleibt bestehen und somit wird es immer den Mainstream und den Underground geben. europa, Slawa (28) findet: Musik wird es immer geben. Musik ist Kunst und Kunst liegt jedem Menschen im Blut, oder in den Genen. Die Frage ist nur, wie viel das kostet, oder wie viel man damit verdient. Das eine Problem was ich sehe, ist die Masse. Wir haben wirklich sehr viel Musik im Angebot, und auch der Preis stimmt teilweise, nur haben die Käufer nicht unendlich Geld für alles. Es gibt einen kleinen Teil im Angebot, da ist man freiwillig bereit dafür zu zahlen, auch wenn man es kostenlos und legal bekommt. Dann gibt es einen Teil, wo man nicht unbedingt Geld ausgeben würde, aber es hören würde, wenn man ohne Geld rankommt. Letztendlich gibt es natürlich den größeren Rest, den man nicht mal geschenkt nehmen würde. Das Problem ist eben die Masse. Sehr viele Künstler und Verleger stürzen sich auf einen konstanten Geldtopf der Kunden und jeder Künstler oder Verleger denkt, man kann den Gewinn unendlich steigern, indem man nur mehr Lieder bzw. Künstler in den Markt wirft. Das ist eine Illusion und die kreative Wirtschaft ist leider selber Schuld, dass sie immer noch in dieser Illusion leben wollen. Ein anderes Problem ist natürlich der Besitz einer legalen Kopie. Wenn man für etwas zahlt, will man auch wissen, was man bekommt. Kann ich die gekaufte Musik noch in 10 oder 20 Jahren genauso anhören? Kann ich diese überall anhören, wo ich es will? Kann ich diese beliebig oft hören? Was passiert, wenn ich meine Kopie verliere? Wie viele können noch mithören bzw. wann beginnt und endet mein privater Besitz einer legalen Kopie? Habe ich eigentlich nur eine Kopie des Stückes gekauft oder das Recht des Anhörens der Musik, d.h. falls später eine verbesserte Version rauskommt, man diese ohne weitere Kosten bekommt? Es sind diese Fragen, die noch komplett ungeklärt sind. Dazu kommt aktuell noch hinzu, dass viele die Musikstücke in ihren eigenen kleinen "Werken" (z.B. Videos auf YouTube) verwenden wollen. In den nächsten Jahren oder Jahrzehnten müssen diese Probleme eindeutig geklärt werden. Weiterhin muss man den materiellen Wert von Musik bestimmen. Der Mensch ist unter anderem ein Sammler und Angeber. Viele kaufen sich bestimmte Sachen, um etwas in der Hand zu halten und zu gegebenen Zeitpunkt vor Freuden oder Bekannten damit anzugeben. Da ist eine schwarz-weiß ausgedruckte Trackliste auf 100 Din A4 Blättern eben nicht so beeindruckend wie ein ganzer Schrank voller bunter CD-Schachteln oder anderen festen Medien. Wenn man Musik nur virtuell kauft, hat man ein anderes Gefühl, als wenn man etwas handfestes hat. Um zum Ergebnis meiner Ausführungen zu kommen: Musik wird es weiterhin geben, ich denke sogar mehr als jetzt. Nur für die jetzigen Verleger sehe ich schwarz. In heutigen Zeiten des Internets kann jeder seine Musik über das Internet an den Kunden / Zuhörer / Fan bringen - mit relativ wenig Aufwand. Doch man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass auch für alles freiwillig bezahlt wird. Ich denke, in der Zukunft wird es so wie bei Open-Source Software laufen. Zuerst muss man eine Menge Musik kostenlos über das Internet verteilen, um sich bekannt zu machen. Hat man überhaupt jemanden gefunden, der die Musik mag und sich irgendwann ein echter Fan-Kreis bildet, kann man anfangen über Spenden oder Merchandising-Produkten Geld zu verdienen. Die virtuelle Musik wird für immer kostenlos bleiben, aber mit handfesten Dingen kann man Geld machen. CD's wird es auch weiterhin geben, aber in sehr kleinen Auflagen und die werden sehr begehrt sein. Z.B. wird es spezielle Internet-Dienstleister geben (wie z.B. heute für Fan T-Shirts), die in kleinen vorabbezahlten Auflagen CD's pressen und diese an die Kunden verkaufen. Man schickt quasi den CD-Master an den Dienstleister, die pressen dann 100 CD's und die Fans können diese beim Dienstleister direkt kaufen. Ist die Auflage abverkauft, wird die nächste gepresst. Von den Erlösen bekommt man dann einen Teil, oder man bezahlt die Pressung und Logistik vorab. Nehmen wir an, wenn man von so einer CD 10 Euro Netto bekommt und davon 200 Stück im Monat absetzt, kann man davon schon leben. Die Nachfrage wird den Preis und die Auflage bestimmen und da die virtuelle Musik kostenlos ist, werden die CD's als Sammlerstücke sehr begehrt werden. Dazu kommen noch T-Shirts, Mützen und alles andere an Fan-Zeug. Und ganz wenige Künstler werden dann immer noch ganze Hallen fühlen und ihre CD's auch im regulärem Handel geführt. Mein Fazit: die Dämme sind schon vor Jahren gebrochen. Virtuelle Medien kann man nicht mehr bändigen, die werden in näherer Zukunft kostenlos und uneingeschränkt für private Nutzung zu Verfügung stehen, ohne rechtliche Konsequenzen. Das betrifft sowohl Musik, wie auch Film, Text oder Foto. Geld kann man nur noch mit handfesten Dingen machen, die man einerseits nicht digitalisieren kann und die es auch wert sind. Beispiel: man kann zwar Harry Potter als digitale Kopie bekommen, will man es aber nicht am Computer lesen, ist es billiger sich das Buch zu kaufen, als es sich auszudrucken. Künstler, die es schaffen auf so einem Markt zu bestehen, die werden gut sein. Doch für die meisten wird es ein Nebenberuf werden.
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