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Musicals auf der großen Leinwand
phonotic Artikel vom 20.03.2008
![]() Musik zu hören ist eine Sache, sie aber zu visualisieren oder dabei passende Szenen und Bilder zu sehen eine ganz andere. Wenn man zur und vor allem mit der Musik ganze Geschichten erzählt, dann wird es besonders aufregend. So etwas heißt dann Musical, findet sich vorzugsweise in einem Theaterhaus in einer meist viel zu weit entfernten Stadt und kostet zudem auch noch ein Schweinegeld. „Wicked! Die Hexen von Oz“ in der ersten Platzkategorie an einem Samstag – unter hundert Ocken geht da meist gar nichts. Was läge also näher, als solche Musicals zu verfilmen? Kinos gibt es überall und einmal gedreht und später auch auf DVD veröffentlicht, ist es wesentlich einfacher und gewinnbringender, als einen Haufen Akteure jeden Abend auf eine Theaterbühne zu stellen. Den Musicaltrend haben die Filmstudios längst erkannt. Nach und nach finden viele Musical- und Theaterstücke ihren Weg auf die große Leinwand und fahren nicht selten besonders gute Kritiken ein. Ein aktuelles und prominentes Beispiel hierfür ist der Musicalfilm „Sweeney Todd: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“. Mit Johnny Depp in der Hauptrolle ist die Zielgruppe pubertierender Teenager bereits gebunden. Gilt es also nur noch den Rest zu überzeugen. Und was wäre da besser, als die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstückes in die Hände von Tim Burton zu legen. Dieser Herr landete bereits zwei Erfolge in diesem Genre – in einem Film ebenfalls mit Johnny Depp in der Hauptrolle. Die Rede ist von dem Film „Corpse Bride: Hochzeit mit einer Leiche“. In diesem 3D-Animationsfilm findet sich Johnny Depp als junger Bursche Victor wieder, der abseits einer Begabung für das Piano eigentlich nur vom Pech gesegnet ist. Dass er nun auch noch über seinen Kopf hinweg vermählt werden soll, passt ihm eigentlich ganz und gar nicht, bis er seine zukünftige Frau mit Namen Victoria erblickt. Bei der Generalprobe der Hochzeit und dem damit verbundenen freigesprochenem Ablegen eines Eheversprechens wird Victor jedoch nervös und flüchtet. Durch einen mehr oder minder arg zufälligen Umstand schafft er es daraufhin, sich mit einer Leichenbraut zu verheiraten, die von ihrem Ehegatten getötet, seither als Geist dahinvegetiert und nun glücklicherweise erlöst wurde. Unterdessen wird Victoria mit einem Schnösel verheiratet, Victor sitzt zwischen den Stühlen und am Ende muss auch noch ein Mord vereitelt werden.Wesentlich populärer ist jedoch der rund 65-minütige Animationsfilm „The Nightmare Before Christmas“, der Tim Burtons Durchbruch markierte - damals noch mit Knetfiguren animiert und nicht mit Computer-Schnickschnack. Er gilt bis heute als ein äußerst erfolgreicher und populärer Film, der kürzlich eine Frischzellenkur in Form eines computeranimierten3D-Films erfuhr. In dem Film geht es um den Kürbiskönig Jack Skellington, der es leid ist, jedes Jahr Halloween zu organisieren. In der Welt des Weihnachtsmannes, den er irrtümlicherweise als „Nickie Graus“ bezeichnet, ist alles so farbenfroh und verwunderlich, das Jack postwendend beschließt das nächste Weihnachten auszurichten – was natürlich trotz seiner Begeisterung für das fest der Liebe nach hinten los geht. Bleibt nur seine Freundin Sally übrig, um den Schrecken an Weihnachten abzuwenden und alles wieder ins Lot zu bringen. Nach diesem Exkurs zu vergangenen Musicalfilmen wieder zurück zu „Sweeney Todd: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“. Um die Fremdwortfrage zu klären: Ein Barbier ist jemand, der mit einem Messer unter höchster Maßarbeit und Perfektion die Bärte anderer Leute rasiert. Denn Rasierapparate gab es damals noch nicht und ein Dreitagebart galt besonders im hohen Adel als unverzeihlich. Nun begab es sich, das der Barbier Benjamin Barker eine hübsche Frau hatte. So hübsch, das Turpin, der Richter der Stadt es auf sie abgesehen hatte. Und wie es als Richter nun mal so ist, war es Ihm ein Leichtes, den naiven Benjamin Barker ins Exil zu befördern um sich danach dessen Frau anzunähern und später sogar Benjamin Barkers Tochter Joanna zu adoptieren. There was a barber and his wife. And she was beautiful. A foolish barber and his wife. She was his reason for his life. And she was beautiful, and she was virtuous. And he was naive. There was another man who saw that she was beautiful... A biased vulture of the law who, with a gesture of his claw removed the barber from his plate! Mit diesen und vielen weiteren Zeilen aus dem ersten Song „No Place Like London“ beginnt der Film. Nach Jahren kehrt Benjamin Barker zurück nach London, nun unter dem Namen Sweeney Todd. Und natürlich will er Rache. Sweeney macht sich auf in die Fleet Street, wo er in einem Fleischpasteten-Geschäft der Besitzerin Mrs. Lovett landet. Sie zeigt Todd später die Räumlichkeiten, in denen er einst als Benjamin Barker lebte – und macht keinen Hehler daraus, dass sie auf „Mr.T“, wie sie ihn nennt, steht. Der jedoch ist nur an seiner Rache interessiert und sorgt in einem Barbierduell auf dem Marktplatz recht schnell dafür, dass er als bester Barbier der ganzen Stadt bekannt wird. Johnny Depp kann übrigens wunderbar singen – obgleich man sich ziemlich sicher ist, dass seine Stimme hier stellenweise nachbearbeitet wurde. Aber so läuft das ja heutzutage fast überall.There was a barber and his wife. And he was beautiful. A proper artist with a knife, but they transported him for life. And he was beautiful... Barker his name was. Benjamin Barker. Im Barbierduell schlägt er Adolfo Pirelli, der sich später nicht mit seiner Niederlage abfinden will und prompt zu Sweeneys erstem Opfer wird. Und wohin mit dem Leichnam? Nun, im Verlaufe des Filmes erlebt Lovett’s Fleischpasteten-Geschäft einen wahren Aufschwung - den Rest kann man sich an dieser Stelle denken. Unterdessen ist der junge Anthony, der Sweeney Todd auf einem Schiff während der Reise zurück nach London kennen lernte, der hübschen Joanna verfallen, die nach dem Verschwinden Benjamin Barkers nun wohlbehütet beim Richter haust oder besser gesagt eingesperrt ist. I feel you, Johanna. I feel you. Do they think that walls can hide you? Even now I'm at your window. I am in the dark beside you, buried sweetly in your yellow hair. Johanna Ob Anthony das Herz der Johanna erobern kann und ob Sweeney Todd seine Rache findet wollen wir, genau wie einige weitere Überraschungen im Verlauf des Filmes, an dieser Stelle nicht verraten. Sehenswert ist die düstere Filmumsetzung der Geschichte von Sweeney Todd jedenfalls auf alle Fälle. Johnny Depps Oscar-Nominierung als bester männlicher Hauptdarsteller (den er leider nicht bekam) spricht hier eine deutliche Sprache. Will man ein Fazit des Filmes ziehen, so zieht man besser ein Fazit zum Werk des Regisseurs Tim Burton. Ihm ist mit der Verfilmung von „Sweeney Todd“ sicherlich ein hervorragender Film gelungen, der genau so ein Kultpotential erreichen könnte wie seine vergangenen Filme.„Sweeney Todd: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ konnte genau wie andere Musicalfilme bereits jetzt schon große Erfolge feiern. Hier seien Werke wie „Moulin Rouge“ oder die Filmumsetzung des Stückes „Phantom der Oper“ genannt. Auch in Zukunft setzt sich dieser Trend fort: Im Sommer steht die Filmumsetzung des Musicals „Mamma Mia!“ an. Unter Anderem in den Hauptrollen: Jane Fonda und Pierce Brosnan. Hier verschlägt es drei gestandene Herren auf eine kleine Paradiesinsel. Der Grund: Die junge Sophie findet das Tagebuch ihrer Mutter und deckt gewisse Freilebigkeiten auf, sodass sie sich fragt, wer denn wohl ihr Vater sein mag. Aus diesem Grund werden die drei potentiellen Anwärter direkt auf die Insel bestellt - natürlich ohne dass diese den eigentlichen Grund für ihr erwünschtes Kommen erfahren. Den musikalischen Kern der Verfilmung liefert hierbei die Musikgruppe ABBA. Sämtliche Songs in „Mamma Mia!“ basieren auf Versionen der schwedischen Gruppe. Aus „The Winner Takes It All“ wird „Der Sieger hat die Wahl“ und auch andere bekannte Stücke wie „SOS“, „Dancing Queen“, „Thank You For The Music“ oder „Gimme Gimme Gimme“ finden ihre Verwertung im Film – alles mit viel Witz und Charme. Wir hoffen wir konnten euch einen guten Überblick über vergangene, aktuelle und auch kommende Filme mit musikalischer Note geben. Nachfolgend haben wir zu vielen der hier erwähnten Filme Links zu den offiziellen Kinotrailern angefügt, damit ihr euch ein umfassendes Bild der Werke machen könnt. Filmfreaks mit Affinität zur Musik sei noch gesagt, dass es natürlich auch umgekehrt geht. Das beste Beispiel ist Disneys „König der Löwen“, der es vom Zeichentrickfilm zum Broadway-Musical gebracht hat. Es bleibt also weiter spannend und wir werden sehen, welche weiteren musikalischen Werke wir in Zukunft in unseren örtlichen Lichtspielhäusern bestaunen können. Links zum Thema: Englischer Filmtrailer zu "Sweeney Todd" Deutscher Trailer zu "Mamma Mia!" Englischer Trailer zu "The Nightmare Before Christmas"
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